“Heidewitzka” oder “Eine Rheinfahrt, die ist lustig” oder “VIP-Verbotler mit uns” (Leverkusen-FC 0:0,27.2.10)

Diesmal reisten die elitären FC-Fans, die gesamte Creme de la Creme der Fanszene in “ganz geheimer Mission” mit dem Schiff von Köln-Pochz nach Leverkusen, um in einer Nacht-und Nebel-Aktion Feindesland zu entern. Aber wir hatten wohl einen Maulwurf unter uns – das Vorhaben blieb natürlich nicht geheim ;-) In Köln-Pochz legte unser Bötchen ab. Schön, dass ich nun auch diesen Stadtteil von Kölle kennen lernen durfte. Ein Schiff mit Kronleuchtern, vergoldeten Türgriffen auf dem Klo und edlem Teppichboden und Parkett waren das richtige Ambiente für uns Fans :-) Ruhrpott und Ochtrup sicherten sich sofort zwei komfortable Stehtische. Bei herrlichstem Sonnenschein und nahezu frühlingshafen Temperaturen legten wir ab.

Einige “Seekranke” hatten wir auch an Bord: Sascha ging es gar nicht gut. Kann aber auch daran liegen, dass er zusammen mit Micha zu lange dessen familiären Mitbewohner und Katzen nachts zuvor geärgert hatte. Nette Stimmung an Bord und musikalisch jagte ein Höhepunkt den nächsten: “Heidewitzka, Herr Kapitän…” und noch einmal “Heidewitzka” und weils so schön war und alle mitsangen noch einmal “Heidewitzka” – ungefähr 125 Mal gespielt bei einer ca. 2 stündigen Schifffahrt.  Damit auch wirklich ALLE den Text verstanden hatten. Fonti bekam eine mehrwöchige Mittelohrentzündung inklusive Tinnitus von diesem Lied.

Dirk vom “Kölschen Mythos” erzählte uns, dass er zurzeit auf Alkohol verzichten würde wegen der Fastenzeit. Ich unterbreitete diese Idee auch meinem Fanclub und den Ochtrupern, woraufhin Fonti meinte: “Fastenzeit??? Der FC bietet uns doch schon seit Wochen Magerkost, da müssen wir nicht noch fasten!” :-D Nach 2-5 Stunden Fahrtzeit mit dem Schiff (die genaue Fahrtzeit kann ich nicht mehr nachhalten), legten wir in Leverkusen an. Am Ufer erwartete uns schon eine Hundertschaft grüner Beamter (da unsere Schiffstour ja “ganz geheim” ablief ;-) ) Das Empfangskommitee  entsprach zwar nicht so ganz unserer Vorstellung von einer angemessenen herzlichen Begrüßung mit Kaffee und Kuchen oder einem Begrüßungssekt für willkommene Gäste, aber das waren wir wohl auch nicht. Nun ja einige bekloppte FC-Fans benahmen sich auch nicht wirklich wie “angemessene Gäste”. Ich kann mich immer wieder nur schämen für einen Teil der Fanszene, sorry.

In Grüppchen wurden wir durch die Landesgartenschau von Leverkusen geführt über 7 Brücken zwar nicht, aber über eine, was schon problematisch genug war, da wir dort aufgteilt wurden und wie eine Viehherde über die Brücke getrieben wurden. Am entspanntesten war der Fußmarsch übrigens in allerletzter Reihe des Trosses, denn dort waren wir alleine unter uns ohne grüne Begleitung. Bis plötzlich die Polizeipferde kamen!!! ;-) Ständig ritten sie genau einem Meter hinter uns her, wild schnaubend, sich aufbäumend, wiehernd und mit den Hufen scharrend. Wir konnten sie einfach nicht abschütteln und Sascha spürte ständig den heißen Atem der Pferde in seinem Nacken und auch den heißen Sabberschaum aus dem Maul der Tiere. ;-)

Endlich waren wir am Stadion angekommen: Wir hatten uns im Stadion strategisch sehr günstig verteilt: Dennis, Micha und Ochtrup im Gästestehblock, Sascha und ich im Gästesitzblock direkt hinterm Tor und Kai und Matthias schafften es sogar bis in den feindlichen VIP-Raum, wo sie jedoch nur knapp einem Rauswurf entgingen. “Sie stehen unter Beobachtung”. VIP-Verbotler mit uns!

Das Spiel war kein dolles, aber der FC zeigte eine wesentlich ansprechendere Leistung als in den Spielen zuvor (im Vergleich zum Spiel gegen den VfB ist dies auch keine Kunst), so dass wir verdient einen Punkt mitnahmen, den wir als Sieg und die Leverkusener als Niederlage feierten. Wir stellten dem hoch gehandelten neuen deutschen Meister ein Beinchen ;-)

Am Bahnhof in Leverkusen warteten wir eine halbe Ewigkeit bis endlich mal irgendein Zug einfuhr. Während dieser Wartezeit haben wir mindestens 2,5 kg Aspirin  eingeatmet, so dass wir für die nächsten Wochen gegen jede Grippe gewappnet sein dürften.

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